Drehkopf

Der Drehkopf der Windkraftanlage beinhaltet grundsätzlich zwei Funktionen - eine drehbare Lagerung des gesamten Windrads und die Weiterleitung des Generatorstroms in den Mast über Schleifkontakte, so dass sich kein Kabel verdrillen kann. Die Lagerung sollte möglichst spielfrei und leichtgängig sein um einen ruhigen, verschleißarmen und effektiven Betrieb (auch bei Schwachwind) zu gewährleisten. 

Den Körper bilden drei gestapelte Multiplexplatten mit entsprechenden Aussparungen für die Drehachse, die Schleifkontakte und die Kabelführungen. Die unteren (bzw. hinteren) beiden Platten sind verklebt, die obere (vordere) Scheibe ist abnehmbar, um eine komplette Demontage der Drehachse für Reparaturen zu ermöglichen.

Das Stromkabel des Generators wird entlang der offenen Nut der vorderen Gehäuseplatte geführt und an den Schrauben der Federbleche angeklemmt. Für Wartungsarbeiten kann der Generator somit einfach abgenommen werden ohne den Drehkopf demontieren zu müssen. 
Die offenen Seiten des Drehkopfes werden vorne durch den Generator und hinten durch die Windfahne geschlossen.

Als Drehachse kommt ein Edelstahlrohr zum Einsatz, das in zwei Standard-Rillenkugellagern drehbar gelagert ist. Zylinderkopfschrauben fixieren die Drehachse in axialer Richtung. Als Lagersitze dienen Multiplexplatten, die für eine leichte Demontage der gesamten Lagereinheit senkrecht zu den Gehäuseplatten in die entsprechenden Aussparungen ein- bzw. ausgeschoben werden können. 

Um die elektrischen Verluste möglichst klein zu halten, wird der Strom statt über  Kohlebürsten über eine korrosionsbeständige Reibpaarung aus Kupferringen und Federblechen aus Bronze effektiv übertragen.

Doppelte Stromabnehmer auf beiden Seiten der mittleren Gehäusescheibe erhöhen die Zuverlässigkeit der Stromweiterleitung, um auch in Sturmsituationen das Windrad immer sicher einbremsen zu können. Auch eventuelle minimale Kontaktverluste werden dadurch vermieden.

Als Schleifringe dienen gerade Sägeabschnitte eines Kupferrohrs, die auf passende Isolatoren (blau) gepresst oder geklebt werden. 

Die Stromkabel werden an den Innenseiten der Ringe angelötet, entlang der inneren Nuten der Isolatoren verlegt 

und schließlich durch das Rohr nach außen geführt. Die Durchmesserpassung der Isolatoren ist so gewählt, dass sie mit Kraft auf das Edelstahlrohr geschoben werden können und somit ausreichend fixiert sind.