Kleinwindanlagen


Private Kleinwindanlagen sind immer noch selten anzutreffen obwohl das grundsätzliche Potential eigentlich riesig ist. Millionen windexponierte Gärten, Dächer, Carports, Scheunen, Wiesen, Industriegebäude usw. stünden zur Verfügung, werden aber kaum genutzt.

Denn bislang waren kleine Windgeneratoren aufgrund geringer Einspeisevergütungen, günstigen Netzstroms und teurer Speicherkosten meist unrentabel. Sie kommen bislang überwiegend in autarken Inselsystemen, in abgelegenen Regionen, auf Berghütten, Wohnmobilen oder Booten zum Einsatz, wo sie natürlich nach wie vor besonders wertvolle Dienste leisten. 

Mit dem Umbau des Energie-Systems im Rahmen der Energiewende eröffnen sich nun weitere Möglichkeiten, Kleinwindanlagen ökologisch sinnvoll und zunehmend auch wirtschaftlich zu betreiben. Der Knackpunkt sind die Speicher und das zukünftige intelligente Energienetz (Smart Grid).

Denn die Kosten für Batterie-Speicher fallen im Zuge der Elektromobilität immer weiter und erinnern an die damalige Entwicklung von Solarmodulen, mit Preissenkungen bis zu 90% in 30 Jahren. Im Gegenzug wird der stark steigende Bedarf an elektrischer Energie und die damit verbundenen Investitionen zu weiterhin hohen Kosten für Netzstrom führen. 

Mit einem eigenen Speicher ergeben sich grundsätzlich zwei Möglichkeiten diese Kosten deutlich zu senken:

  • indem der selbst erzeugte Strom auch selbst verbraucht wird bzw. dieser Anteil größer ist
  • indem mit dem eigenen Strom über das zukünftige Smart-Grid gehandelt wird. Strom kaufen bzw. einspeichern sollte man immer dann, wenn die Nachfrage klein, und das Angebot groß ist. Strom verbrauchen bzw. verkaufen sollte man dagegen möglichst dann, wenn die Nachfrage groß, und das Angebot klein ist. 


Wenn diese Speicher bald zur technischen Grundausstattung gehören, wird jeder zur Solarenergie antizyklische Stromerzeuger wie eine Kleinwindanlage zur besonders wertvollen Energiequelle, die gerade nachts , im langen, dunklen und windreichen Winter und bei „schlechtem“ Wetter weiteren Strom liefert. Also gerade dann, wenn der (Heiz-) Energie-Bedarf besonders groß ist, bzw. alle Solaranlagenbesitzer auf teuren Netzstrom angewiesen sind. Damit wird über längere Zeiträume eigener Strom erzeugt und seltener Strom aus dem Akku oder dem Netz verbraucht mit folgenden Effekten:

  • der Batterie-Speicher wird entlastet und hält somit länger (weniger Ladezyklen/Zeit) 
  • es muss weniger Fremdstrom bezogen werden (höhere Autarkie) bzw.
  • der teure Akkuspeicher kann entsprechend kleiner dimensioniert werden und wertvolle Ressourcen eingespart werden (bei gleicher Autarkie)


Diese Solar-Wind-Speicher-Konfiguration ergänzt sich ideal, macht ökologisch sehr viel Sinn, und wird auch zunehmend immer wirtschaftlicher – besonders dann ,wenn die Stoffkreisläufe geschlossen sind und hohe Stückzahlen die Preise weiter schmelzen lassen. 


An dieser effektiven untersten Ebene der sauberen Stromerzeugung möchte die Wind-Werkstatt ansetzen und ihren – wenn auch kleinen - klimakühlenden Beitrag zu einer gelungenen Energiewende leisten. Darüber hinaus soll dieses kleine Projekt als Inspirationsquelle dienen, und zu weiteren, größer skalierten Anlagen motivieren.